(Letzte Aktualisierung 15.09.2016)
Ferienprogramm 2016

 

Foto: Roland Fink

 

Nachtwanderung durch den Gaiberger Geisterwald

Am Donnerstag vergangener Woche war es wieder so weit, die Nachtwanderung durch den Gaiberger Geisterwald für das Ferienprogramm stand an und 11 Jungen und ein Mädchen trauten sich, die Wanderung anzutreten.
Aber zuerst einmal trafen wir uns auf der Tennisanlage und machten, wie es sich für einen Sportclub gehört, etwas Sport mit den Kindern und natürlich durfte auch jeder mal einen Tennisschläger ausprobieren. Dann ging es bei einsetzender Dämmerung auch schon los und schnell kam die Frage auf, ob das Gespenst vom letzten Jahr wieder an der gleichen Stelle anzutreffen sein wird?
Aber erst einmal musste jeder seine Geschicklichkeit im Wald beweisen! Wer trifft mit einem Stein oder Tannenzapfen die Kiste? Oder wer schafft es, mit einem schnell im Wald gesuchten Speer einen Grenzstein zu treffen? Langsam war es schon recht dunkel und der Zielstein musste angeleuchtet werden, aber wir hatten gute Indianer dabei. Jeder schaffte beide Aufgaben und nun war nur noch die spannende Frage zu klären, ob das Gaiberger Gespenst im Geisterwald wieder unterwegs war! Und tatsächlich: Plötzlich tönte Geistermusik durch den Wald und zwei schwarze Männer umkreisten uns! So machten wir uns schnell auf den Rückweg zum Tennisplatz, wo uns schon ein Lagerfeuer erwartete.
Bei Stockbrot und gegrillten Würstchen erzählten wir uns dann noch eigene Gruselerlebnisse und zum Abschluss lauschten wir noch Gruselgeschichten.

Andrea Schuh

 

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung v. 14.09.2016:

Gelbe Bälle und dunkle Gestalten

„Und bei drei alle auf den Fotografen“. Der stand alleine auf weiter Flur, hinter sich die Prallwand des Tennisclub Gaiberg, vor sich die Kinder aus Gaiberg mit Tennisrack und Ball „bewaffnet“. Ein Dutzend junge Gaiberger hatten sich wieder eingefunden beim Ausrichter dieses Spätnachmittags. Doch es sollte noch später werden, die Übungen auf dem Tennisplatz und der Schlagwand waren erst die Einstimmung zum Ferienprogramm, gewissermaßen um überschüssige Kraft am Ende der großen Ferien abzubauen. Wie üblich richtet der TC eine Nachtwanderung aus, da geht es erst zum Tennisplatz, mit Einbruch der Dunkelheit dann in den nahen Wald von Gaiberg. Während die Feuerschale gezündet wird um den späteren Heimkehrern heiße Würstchen und Stockbrot zu reichen, sind die im ach so dunklen und gefürchteten Wald unterwegs. Der Mond war im zunehmenden Viertel, der konnte also auch wenig an Helligkeit beisteuern. „Taschenlampen sind verboten, es soll schließlich spannend bleiben“ gab Andrea Schuh vom Veranstalter die Parole aus. Doch bei der nächtlichen Wanderung im Stockfinsteren blieb es nicht. Tannenzapfen suchen und damit Baumstämme treffen, Steinweitwurf, Ziel- und Weitwerfen war im dunklen Tann ein trefflicher Sport. Und jeder war Gewinner, wer konnte schon exakt nachmessen, wie weit das Wurfgerät geflogen war? Leise ging es weiter im Indianermarsch, halt, was war das? Ein Kauz, ein Uhu eine Waldtaube? Die lässige Gewandtheit der Jungs und Mädchen war längst verflogen, manche wollen sogar das Weiße im Auge ihrer Freunde gesehen haben, als zwei dunkle Gestalten im Unterholz vorbeihuschten. Das Geheimnis der beiden „schwarzen Männer“ war bei der Ankunft auf den TC Gelände gelüftet. Zwei Mitglieder des Vereins hatten sich den Spaß erlaubt, den Jugendlichen bei ihrer Nachtwanderung einen Schrecken einzujagen. Am Lagerfeuer war das alles längst wieder fast vergessen, gedanklich verarbeitet musste die Nachtwanderung dennoch werden, was die Gespräche rund um diese „Stunde im Dunkeln“ anging.

Roland Fink